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Talamone - Rom, 168 km, Donnerstag Rom - Köln/Bonn, 1085 km, auch Donnerstag Köln/Bonn - Usingen, 142 km, immer noch Donnerstag
Zuerst dachte ich auf den ersten Kilometern, dass mir der gestrige Ruhetag neue Kraft und vor allem neue Motivation gebracht hat. Das stimmte auch teilweise. Zumindest auf den ersten 20 bis 30 km, da lief es wirklich gut auf der sogenannten Via Aurelia. Zwar ziemlich stressig wegen der vielen LKWs, aber auch ziemlich ergebnisorientiert, da ich gut vorankam. Als es mir dann zu viel wurde, verließ ich den Highway und fuhr mal wieder über kleinste Örtchen. Zwar ganz nett, jedoch relativ ziellos, da kaum eine Beschilderung vorhanden war. Irgendwie hatte ich plötzlich die Schnauze voll und fuhr wieder auf die SS1 Richtung Rom und beschloss schon mal vorab zumindest die italienische Hauptstadt zu erreichen und mein weiteres geplantes Ziel – nämlich Sizilien – sausen zu lassen und irgendwie einen Heimflug zu bekommen. Die schlechten Straßen sowie deren eintönige Geradeausführung über viele, viele km, die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer und der heutige heiße Gegenwind über fast die gesamte Strecke schränkten meine Motivation noch zusätzlich ein. Also rief ich von einer Bar unterwegs meinen Rettungsanker, nämlich meinen Schwager Norbert, an und bat ihn mir einen Heimflug zu organisieren. Prompt kam innerhalb einer Stunde eine SMS auf mein Handy mit den Flugdaten und der Buchungsnummer. Gut, wenn man so ein tüchtiges Familienmitglied hat. Ja, das war’s dann wohl. Wieder mal eine Fernfahrt absolviert. Diesmal definitiv die letzte, da ich auf die tägliche Hotelsuche, die mühselige Kleiderwäsche und auch auf sonstige Unannehmlichkeiten ganz einfach keine Lust mehr habe. Abgesehen davon ist auch ein Urlaub auf diese Weise nicht gerade billig. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei, so dass ich zukünftig nur noch mit meinem Mountain-Bike am Main spazierenfahren werde. Jedenfalls danke ich dem Herrgott dafür, dass er mich mit soviel Glück gesegnet hat, mich heil und ohne Panne zumindest am Rande der heiligen Stadt hat ankommen lassen. Der Rückflug von Rom nach Köln/Bonn verlief ohne Zwischenfälle, mein Schwager stand zu meiner Abholung bereit, das Fahrrad war unbeschädigt geblieben und wir kamen ohne Schwierigkeiten in Usingen/Merzhausen an. Meine Schwester hatte mir das Bett liebevoll gerichtet und fuhr mich am nächsten Tag nach Frankfurt zu meiner Wohnung. Es war eine großartige, interessante aber anstrengende Reise und da es die dritte war, trotzdem nicht mehr so überwältigend wie meine ersten beiden Touren. Man gewöhnt sich halt an alles.
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